Snap.do war eine Malware, die sich ungefragt auf dem PC installierte, die Browser-Startseite kaperte und Suchanfragen auf eigene Werbeseiten umleitete. Die Software tarnte sich als nützliche Browser-Erweiterung, manipulierte aber Firefox, Chrome und Internet Explorer gleichzeitig. Betroffen waren Millionen Windows-Nutzer weltweit.
Die Adware gelangte fast immer über gebündelte Freeware-Installer auf den Rechner. Wer ein kostenloses Programm zur Video- oder MP3-Bearbeitung installierte, bekam Snap.do als ungewollte Zugabe. Die Toolbar nistete sich tief in die Browser-Einstellungen ein und liess sich nicht einfach über die Systemsteuerung deinstallieren.
Was Snap.do auf dem Rechner anrichtete
Nach der Installation übernahm Snap.do die Kontrolle über alle installierten Browser. Konkret passierte Folgendes:
- Die Startseite wurde auf eine Snap.do-Suchseite umgestellt (siehe Screenshot)
- Suchanfragen landeten auf einer eigenen Werbe-Suchmaschine statt bei Google
- Zusätzliche Werbebanner erschienen auf normalen Webseiten
- Browser-Einstellungen liessen sich nicht dauerhaft zurücksetzen
- Vermutlich wurden Nutzerdaten gesammelt und an Dritte verkauft



Die Software trat unter verschiedenen Namen auf: Snap.do, SnapDo, QuickShare oder Smart Bar. Allen gemein war das aggressive Verhalten und die schwierige Entfernung über herkömmliche Wege.
Snap.do vollständig entfernen - Schritt für Schritt
Das manuelle Ändern der Browser-Einstellungen reichte bei Snap.do nicht aus. Die Malware schrieb die Werte nach jedem Neustart zurück. Erst die Kombination aus Deinstallation und spezialisiertem Removal-Tool beseitigte den Hijacker zuverlässig.
Schritt 1: Über die Systemsteuerung deinstallieren
Öffne START > SYSTEMSTEUERUNG > PROGRAMME DEINSTALLIEREN und suche nach Einträgen wie "Snap.do", "QuickShare" oder "Smart Bar". Falls vorhanden, deinstalliere diese Programme. Das allein reicht in der Regel nicht aus, weil sich die Adware in Registry und Browser-Profilen festgesetzt hat.
Schritt 2: AdwCleaner ausführen
Der AdwCleaner von Malwarebytes findet und löscht Browser-Toolbars, Hijacker und andere Adware zuverlässig. Das Tool braucht keine Installation und läuft direkt nach dem Download. Es funktioniert unter Windows XP bis Windows 11 und ist kostenlos.
So gehst du vor:
- AdwCleaner von der offiziellen Malwarebytes-Website herunterladen
- Das Programm starten (keine Installation nötig)
- Auf "Scannen" klicken und den Scan abwarten
- Alle gefundenen Einträge markiert lassen und "Bereinigen" klicken
- Den Rechner neu starten, wenn das Tool dazu auffordert
AdwCleaner erkennt neben Snap.do auch verwandte Adware wie die Ask-Toolbar, Conduit oder Delta Search. Nach dem Scan zeigt das Tool ein Protokoll mit allen entfernten Einträgen aus Registry, Browser-Profilen und Dateisystem.
Schritt 3: Malwarebytes-Scan durchführen
Nach dem Neustart empfiehlt sich ein vollständiger Scan mit Malwarebytes Anti-Malware. Das Programm findet Reste, die der AdwCleaner möglicherweise übersehen hat. Führe den Scan im abgesicherten Modus durch, um sicherzustellen, dass keine laufenden Prozesse den Scan blockieren.
Schritt 4: Browser-Einstellungen zurücksetzen
Nach der Bereinigung durch AdwCleaner sind die Browser-Einstellungen auf die Standardwerte zurückgesetzt. Falls du eine bestimmte Startseite oder Suchmaschine bevorzugst, stelle diese jetzt ein:
Chrome: Gib chrome://settings in die Adressleiste ein. Unter "Beim Start" die gewünschte Seite eintragen. Unter "Suchmaschine" prüfen, ob Google oder deine bevorzugte Suchmaschine eingestellt ist.
Firefox: Unter Extras > Einstellungen > Allgemein die Startseite anpassen. Unter Extras > Einstellungen > Suche die Standard-Suchmaschine festlegen.
Prävention: Adware-Installation verhindern
Snap.do und ähnliche Hijacker gelangen fast ausschliesslich über gebündelte Installer auf den Rechner. Mit diesen Massnahmen schützt du dich:
- Bei der Installation von Freeware jeden Dialog genau lesen
- Immer "Benutzerdefinierte Installation" statt "Express" wählen
- Vorausgewählte Häkchen für zusätzliche Software entfernen
- Software nur von der offiziellen Herstellerseite herunterladen
- Download-Portale meiden, die eigene Installer verwenden
Viele Freeware-Programme finanzieren sich über gebündelte Toolbars und Adware. Das ist nachvollziehbar, aber als Nutzer musst du bei jedem Installationsschritt aufpassen. Ein einziger unaufmerksamer Klick auf "Weiter" reicht aus, um sich einen Browser-Hijacker einzufangen.
Häufige Fragen
Ist Snap.do ein Virus?
Technisch gesehen ist Snap.do kein Virus, sondern Adware beziehungsweise ein PUP (Potentially Unwanted Program). Der Unterschied: Snap.do wurde formal vom Nutzer "akzeptiert" - wenn auch gut versteckt in einem Installer-Dialog. Die Auswirkungen auf den Rechner ähneln aber denen eines Trojaners: ungewollte Manipulation der Browser-Einstellungen und mögliche Datenspionage.
Kann ein Virenscanner Snap.do verhindern?
Die meisten Virenscanner erkennen Browser-Hijacker inzwischen. Da Snap.do aber technisch als optionale Software mitinstalliert wird, schlagen nicht alle Scanner Alarm. Spezialisierte Anti-Adware-Tools wie AdwCleaner oder Malwarebytes sind hier zuverlässiger als klassische Virenscanner.
Existiert Snap.do noch?
Die originale Snap.do-Domain ist seit etwa 2016 nicht mehr aktiv. Die Verbreitungsmethode lebt aber in dutzenden Nachfolgern weiter. Programme wie MySearchDial, Trovi oder Ask-Toolbar nutzen identische Taktiken. Die hier beschriebene Entfernungsmethode mit AdwCleaner funktioniert für alle diese Varianten.
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Kommentararchiv 54
Viele Leser bestätigten, dass die Anleitung mit AdwCleaner funktioniert hat. Einige berichteten von weiteren Varianten der Adware unter anderen Namen wie QuickShare.