Die Kurzversion: In WinSCP auf Einstellungen > Einstellungen > Listenfenster klicken und den Haken bei "Versteckte Dateien anzeigen" setzen. Noch schneller geht es mit der Tastenkombination Strg + Alt + H.
Warum versteckte Dateien wichtig sind
Auf Linux-Webservern beginnen versteckte Dateien und Ordner mit einem Punkt vor dem Namen. Die bekanntesten Beispiele sind die .htaccess, die .htpasswd oder die .env-Datei. WinSCP blendet diese Dateien standardmässig aus - ein Verhalten, das direkt aus der Unix-Welt stammt, wo Dotfiles als Konfigurationsdateien gelten und nicht im normalen Verzeichnislisting auftauchen sollen.
Für Webmaster ist das ein Problem. Die .htaccess steuert Weiterleitungen, Passwortschutz, Caching und Sicherheitseinstellungen. Ohne sichtbare Dotfiles kannst du diese Dateien weder bearbeiten noch herunterladen. WordPress, Joomla und andere CMS legen ebenfalls wichtige Konfigurationsdateien mit einem Punkt am Anfang an.
Versteckte Dateien dauerhaft anzeigen
So aktivierst du die Anzeige versteckter Dateien in WinSCP dauerhaft:
- Starte WinSCP und verbinde dich mit deinem Server.
- Klicke in der Menüleiste auf Einstellungen (oder drücke Strg + Alt + P).
- Wähle im Aufklappmenü erneut Einstellungen.
- Navigiere im linken Bereich zum Eintrag Listenfenster (unter "Umgebung").
- Setze den Haken bei Versteckte Dateien anzeigen (Strg+Alt+H).
- Bestätige mit OK.
Die Einstellung bleibt dauerhaft gespeichert. Nach dem nächsten Verbindungsaufbau sind alle Dotfiles sofort sichtbar. Du erkennst den aktiven Zustand daran, dass Dateien wie .htaccess, .htpasswd oder .user.ini im Verzeichnislisting erscheinen.
Schneller Shortcut: Strg + Alt + H
Wer nur kurz eine versteckte Datei benötigt und die Anzeige nicht dauerhaft aktivieren möchte, nutzt die Tastenkombination Strg + Alt + H. Damit schaltest du die Anzeige versteckter Dateien ein und aus - ohne den Umweg über die Einstellungen. Das Verzeichnislisting aktualisiert sich sofort.
Dieser Shortcut funktioniert in jeder WinSCP-Version ab 5.0 und ist besonders praktisch, wenn du zwischen Servern wechselst und nicht überall Dotfiles sehen willst.
Übertragungsprotokoll: FTP, SFTP oder SCP?
Die Anzeige versteckter Dateien funktioniert mit allen von WinSCP unterstützten Protokollen. Welches du verwendest, hängt von deinem Hoster ab:
| Protokoll | Verschlüsselung | Port | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| FTP | Keine (oder TLS/SSL) | 21 | Nur mit expliziter TLS-Verschlüsselung nutzen |
| SFTP | SSH | 22 | Bevorzugt - vollständig verschlüsselt |
| SCP | SSH | 22 | Älteres Protokoll, SFTP bevorzugen |
FTP mit expliziter TLS/SSL-Verschlüsselung über Port 21 ist bei vielen Shared-Hosting-Anbietern die Standardeinstellung. SFTP (SSH File Transfer Protocol) ist die sicherere Wahl, weil die gesamte Verbindung inklusive Passwort über SSH verschlüsselt wird. Ob dein Hoster SFTP anbietet, findest du in der Hilfe deines Anbieters oder im Kundenbereich unter den FTP-Zugangsdaten.
Häufiges Problem: .htaccess ist trotzdem nicht da
Du hast versteckte Dateien aktiviert, aber die .htaccess erscheint nicht? Dann existiert die Datei schlicht noch nicht. WordPress erstellt die .htaccess erst, wenn du unter Einstellungen > Permalinks eine andere Struktur als "Einfach" wählst und speicherst. Bei statischen HTML-Seiten musst du die Datei selbst anlegen.
So erstellst du eine .htaccess in WinSCP:
- Navigiere in das gewünschte Verzeichnis auf dem Server.
- Rechtsklick in das Datei-Panel und wähle Neue Datei (oder Shift + Strg + N).
- Gib als Dateinamen
.htaccessein (mit Punkt am Anfang). - Bestätige und bearbeite die Datei mit einem Doppelklick.
WinSCP-Alternativen mit gleicher Funktion
Falls du einen anderen FTP-Client nutzt, hier die Einstellung für versteckte Dateien:
- FileZilla: Menü Server > Versteckte Dateien anzeigen
- Cyberduck: Menü Darstellung > Unsichtbare Dateien einblenden
- Transmit (Mac): Menü Darstellung > Versteckte Dateien anzeigen
Bei allen Clients ist das Grundprinzip identisch: Eine Einstellung schaltet die Anzeige von Dateien ein, deren Name mit einem Punkt beginnt.