WordPress Update fehlgeschlagen - so behebst du es

WordPress Update fehlgeschlagen - so behebst du es

Du willst WordPress aktualisieren und bekommst stattdessen eine Fehlermeldung? Die Lösung ist in den meisten Fällen eine einzige Zeile in der wp-config.php. Hier erfährst du, warum das Update scheitert und wie du es in wenigen Minuten behebst.

Die Fehlermeldung

Nach der Anmeldung im WordPress-Backend fällt auf, dass ein automatisches Update nicht abgeschlossen werden konnte. Beim manuellen Versuch erscheint eine dieser Meldungen:

Download fehlgeschlagen: Das Zielverzeichnis für das Datei-Streaming existiert nicht oder ist nicht beschreibbar. Die Installation ging schief.

Oder bei einem Plugin-Update:

Aktualisierung fehlgeschlagen. Download fehlgeschlagen. Das Zielverzeichnis für das Datei-Streaming existiert nicht oder ist nicht beschreibbar.
WordPress Fehlermeldung: Aktualisierung fehlgeschlagen
Die typische Fehlermeldung im WordPress-Dashboard

In beiden Fällen ist die Ursache identisch: WordPress kann die heruntergeladenen Dateien nirgendwo zwischenspeichern.

Ursache: Fehlendes temporäres Verzeichnis

Bei jedem Update lädt WordPress neue Dateien vom Update-Server herunter. Diese Dateien werden zuerst in einem temporären Verzeichnis zwischengespeichert, bevor sie die alten Dateien ersetzen. Welches Verzeichnis dafür genutzt wird, legt der Hoster in der PHP-Konfiguration (php.ini) fest. Normalerweise funktioniert das ohne weiteres Zutun.

Das Problem entsteht, wenn ein Plugin oder Theme ein eigenes temporäres Verzeichnis definiert hat - etwa zum Cachen von Inhalten. Wird dieses Plugin deaktiviert oder gelöscht, existiert der Pfad nicht mehr, und WordPress findet kein gültiges Temp-Verzeichnis. Ein weiterer häufiger Fall: Nach einem Serverumzug steht in der Konfiguration noch der alte Pfad des vorherigen Hosters.

Lösung 1: Temp-Verzeichnis in der wp-config.php definieren

Die schnellste Lösung besteht darin, WordPress explizit mitzuteilen, welches temporäre Verzeichnis es verwenden soll. Dafür reicht eine Zeile in der wp-config.php:

  1. Lade die Datei wp-config.php per FTP oder SFTP auf deinen Rechner herunter.
  2. Öffne sie in einem reinen Text-Editor (Notepad++, VS Code oder Sublime Text - kein Word oder LibreOffice).
  3. Füge unterhalb der Zeile $table_prefix = 'wp_'; folgende Zeile ein:
define('WP_TEMP_DIR', sys_get_temp_dir());

Diese Anweisung sagt WordPress: Nutze das vom Betriebssystem bereitgestellte Standard-Temp-Verzeichnis. Das funktioniert bei den meisten Hostern sofort, weil dieser Pfad immer existiert und beschreibbar ist.

  1. Speichere die Datei und lade sie per FTP zurück auf den Server.
  2. Rufe das WordPress-Dashboard auf und starte die Aktualisierung erneut.

In den meisten Fällen läuft das Update jetzt problemlos durch.

WordPress Update erfolgreich durchgeführt
Nach dem Fix: Das Update läuft wieder durch

Lösung 2: Eigenes Temp-Verzeichnis anlegen

Falls die erste Methode nicht hilft, kannst du ein eigenes Temp-Verzeichnis innerhalb deiner WordPress-Installation anlegen:

  1. Erstelle per FTP einen neuen Ordner mit dem Namen temp unterhalb von /wp-content/.
  2. Setze die Berechtigungen dieses Ordners auf 755. Bei manchen Hostern (etwa Strato) sind 775 oder in Ausnahmefällen 777 nötig.
  3. Trage in der wp-config.php unterhalb von $table_prefix = 'wp_'; folgende Zeile ein:
define('WP_TEMP_DIR', dirname(__FILE__) . '/wp-content/temp/');
wp-content/temp Verzeichnis im FTP-Client
Das manuell angelegte temp-Verzeichnis unter wp-content

Damit nutzt WordPress ab sofort dieses Verzeichnis zum Zwischenspeichern von Downloads. Der Vorteil gegenüber Lösung 1: Du hast volle Kontrolle über den Pfad und die Berechtigungen.

Sonderfall: Aktualisierung fehlgeschlagen - Forbidden

Erscheint statt der Temp-Verzeichnis-Meldung nur "Aktualisierung fehlgeschlagen: Forbidden", liegt das Problem woanders. Typische Ursachen sind:

In diesem Fall hilft ein Blick in die Error-Logs des Webservers. Bei Apache findest du sie unter /logs/error.log, bei den meisten Shared-Hosting-Anbietern im Kundenbereich unter "Fehlerprotokolle" oder "Error Logs".

Häufige Verursacher

Bestimmte Plugins sind als Verursacher dieses Problems bekannt. Sie definieren eigene Temp-Pfade, die nach einer Deaktivierung oder einem Update nicht mehr existieren:

Wenn du das verursachende Plugin kennst, reicht es manchmal aus, es kurz zu deaktivieren, das Update durchzuführen und es danach wieder zu aktivieren. Die wp-config.php-Lösung ist aber nachhaltiger, weil sie das Problem dauerhaft behebt.

Typische Fehler beim Bearbeiten der wp-config.php

Die wp-config.php ist eine kritische Datei. Ein Syntaxfehler führt sofort zu "Fehler beim Aufbau einer Datenbankverbindung" und die gesamte Website ist nicht mehr erreichbar. Achte deshalb auf folgende Punkte:

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Kommentararchiv 10

Leser berichten von erfolgreichen Lösungen mit dem wp-config.php-Eintrag. Häufig genannte Verursacher: Plugins wie Simple Google News DE oder Nextgen Gallery, die eigene Temp-Verzeichnisse definieren. Ein Leser weist darauf hin, dass nach einem Serverumzug der alte Temp-Pfad in der Config stehen bleiben kann. Bei Strato waren Berechtigungen von 777 nötig.