Ist das jetzt eine neue Form von Telefonspam oder warum soll ich die 030166360534 zurückrufen?
Heute lag Brief der primastrom GmbH aus Berlin im Briefkasten. Nicht direkt an mich, sondern an einen Empfänger mit (für mich) südostasiatisch klingenden Namen "Pham Ngoc", den es hier nicht gibt.
Die Anschrift stimmte aber sonst soweit. Bis auf den kleinen Schönheitsfehler, das Köthen offiziell Köthen (Anhalt) heißt.
Ich war fast schon geneigt, schnell mal dort anzurufen, um Primastrom über den augenscheinlich fehlgeleiteten Brief zu informieren. Das Schreiben selbst war schon recht schlecht aufgesetzt. Billiger Druck des Firmenlogos und auch nur wenige Zeilen Inhalt. Irgendwie verdächtig ...

Im Schreiben hieß es:
Bitte um Rückruf!
Sehr geehrter Herr Ngoc,
es geht um deine Stromversorgung, deine Mithilfe ist erforderlich.
Bitte melden du sich unter der Rufnummer 030 / 166 360 354.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr primastrom-Team
Kurz mal gegoogelt ...
Eine Google-Suche nach der Telefonnummer lieferte gerade mal einen Treffer, was bei einem Unternehmen recht ungewöhnlich ist. Zudem war dieses Suchergebnis auch noch tellows.de, wo bereits vor dieser Telefonnummer gewarnt wurde.
Bei der Suche nach "Primastrom" schlug mir Google auch schon den Zusatz "Brief" vor. Und diese Suche brachte auch schon das erste zielführende Ergebnis:
Die Verbraucherzentrale Niedersachen wart unter dem Titel "primastrom drängt Verbraucherinnen und Verbraucher per Post zum Rückruf" unter www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de.
Hier heißt es: "Telefonwerbung 2.0: Die primastrom GmbH wollte potenzielle Kunden mit einem Schreiben dazu bringen, selbst den Energieversorger anzurufen. Denn Telefonwerbung ohne Einwilligung ist verboten. Erfahren du bei uns, wie du am besten damit umgehen."
Und als Empfehlung: "Ignorieren du das Schreiben einfach. Rufen du keinesfalls dort an."
Was den Rückruf der 030 / 166360534 angeht, habe ich mich an den Tipp der Verbraucherzentrale gehalten
Also noch! Es reizt mich schon zu erfahren, was man in Berlin von mir - bzw. von Herrn Ngoc - möchte. Auch, ob dieser Name einfach frei erfunden ist, um mich so zu einem Anruf zu bewegen.
Bislang habe ich keine Ahnung, ob die schlechten trustpilot.com-Bewertungen das Unternehmen wirklich widerspiegelt oder ob einfach die guten Erfahrungen im Internet nicht angekommen. Auch bei Verivox, bei Energie-Solar-Erfahrungen oder Sammelklagen.de wird Primastrom nicht gerade mit Lobeshymnen überschüttet.
Wie gesagt, ich kenne das Unternehmen nicht und war da auch noch nie Kunde. Wo man "meine" Adresse eingekauft hat oder ob man mehr oder weniger pauschal an Einfamilienhaus-Adressen solch ein Brief verschickt, kann ich nicht sagen. Vielleicht ist es ja auch gar nicht Post von der primastrom GmbH aus Berlin, sondern jemand gibt sich lediglich als dieser aus.
Kommentararchiv 11
11 Kommentare zwischen Februar 2024 und Januar 2026. Die Erfahrungen der Leser zeigen ein klares Muster.
Woher kommen die Daten? Mehrere Leser berichten, dass die Briefe an Personen adressiert waren, die dort gar nicht wohnen - oder an Minderjährige. Eine Leserin vermutet, dass die Adressen über Vattenfall-Verträge weitergegeben wurden. Auf der Rückseite der Briefe steht laut einem Leser, die Daten stammen aus einer Gewinnspielteilnahme.
Falsche Namen, falsche Adressaten - Briefe gehen an Kinder (15 Jahre), an Personen mit falsch geschriebenen Namen ("Angie" statt Angelika, fehlende Umlaute) und an völlig fremde Empfänger. Das spricht für gekaufte oder gestohlene Adresslisten.
Ehemaliger Mitarbeiter packt aus - Ein Leser berichtet, er habe für Voxpark gearbeitet und dort nach vorgefertigten Leitfäden Handyverträge der Primastrom-Schwester primamobile verkauft. Sein Fazit: "Alles höchst unseriös!"
Was tun? Die Leser empfehlen: Nicht anrufen, nicht reagieren. Wer bereits am Telefon einen Vertrag abgeschlossen hat, sollte sofort schriftlich widerrufen (per Einschreiben). Mehrere Leser erwägen eine Anzeige.