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Bilderklau im Internet

Bilderklau im Internet

Man wird einen wirklichen „Bilderklau im Internet“ kaum verhindern können! Wenn jemand ein im Netz veröffentlichtes Bild für andere Zwecke haben möchte, egal ob zur Veröffentlichung auf der eigenen Webseite, bei den sozialen Netzwerken oder als Ausdruck auf (Foto-)Papier, dann bekommt er diese Datei auch.

Ein Schutz wäre lediglich in einem geschlossen Bereich, der eine Authentifizierung erfordert, umsetzbar. Aber man möchte ja seine Fotos frei im Netz zeigen und auch Reaktionen anderer darauf bekommen. Dabei ist das Internet alles andere als ein rechtsfreier Raum, nur „weiß“ das augenscheinlich nicht jeder.

Methoden zum Schutz (die am Ende doch nichts nützen)

JavaScript-Spielereien, die einen Rechtsklick und somit das „Speichern unter“ verhindern, sind genauso nutzlos wie das Darüberlegen einer transparenten Grafik. MouseOver-Effekte per CSS, die beim Überfahren des Bildes mit der Mouse ein anderes Bild (z.B. ein Hinweisbild mit einem Copyright) anzeigen, sieht man ebenfalls ab und an im World Wide Web. Und auch hierbei soll ein Speichern der gewünschten Datei verhindern werden.

Ein paar weniger versierte Nutzer stellen diese Hindernisse vielleicht vor eine nicht lösbare Aufgabe, aber das Bild ist natürlich noch immer „frei zu haben“.

Das Bild liegt beispielsweise in den temporären Internetdateien auf dem Rechner des potentiellen Datendiebes. Der Pfad zum Bild steht im Quellcode der Webseite und auch die Drucktaste stellt eine einfache Möglichkeiten zum Speichern des Bildes dar. Außerdem existieren Browser-Plugins, die ein einfaches Herunterladen von Bildern auf Webseiten ermöglichen sowie eine ganze Reihe Download-Möglichkeiten auf der Linux-Kommandozeile.

Wasserzeichen im Bild

Einige Fotografen integrieren Wasserzeichen in ihre Aufnahmen. Gut, damit wird es für den Bilderdieb sehr schwer, eine Aufnahme für seine Zwecke weiter zu verarbeiten, aber auch das Bild selbst ist oftmals verunstaltet. Für die Unterbindung einer professionellen Nutzung des Bildes ist ein Wasserzeichen aus meiner Sicht die sinnvollste Lösung, aber macht nicht bei jedem Schnappschuss im Netz Sinn. Sorry, aber manche Bilder möchte einfach niemand!

Sonnenuntergang in Drosa

Sonnenuntergang in Drosa - Beispiel für verunstaltendes Wasserteichen im Bild

Bilderschutz durch Qualitätsverringerung

Die meisten Grafikprogramme besitzen die Funktion „Bilder für das Web“ zu speichern. Dabei wird die Qualität des Bildes verringert und somit hauptsächlich Speicher gespart und für eine schnellere Ladezeit gesorgt. Für den Menschen gibt es bei einer Reduzierung der Qualität auf 70% bis 50% kaum sichtbare Verluste, für einen Druck wird das aber ein K.O.-Kriterium sein.

Stellt man seine Bilder in einer kleineren Auflösung (1.000 Pixel oder kleiner) online, so können zumindest Ausdrucke praktisch verhindert werden, da die Druck-Qualität einfach nicht mehr gut genug wäre. Zum Betrachten am Monitor ist diese Größe mehr als ausreichend; das Beispielbild mit dem völlig misslungenen Wasserzeichen von einem Sonnenuntergang ist gerade mal 620 x 413 Pixel groß (klein).

Urheberrechte, Abmahnungen und Nutzungsvereinbarungen


Dass es sich bei einem „Bilderklau“ um eine Verletzung der Urheberrechte handelt – selbst bei einfachen Schnappschüssen – ist sicherlich dabei nicht jedem klar. Sicherlich muss man nicht immer gleich eine Abmahnung aussprechen (lassen). In vielen Fällen genügt es, den „Bilderdieb“ per E-Mail anzuschreiben und eine umgehende Entfernung der Inhalte von der Webseite des Gegenüber zu fordern. Eventuell kann man sich auch auf einen Preis für die weiteren Nutzungsrechte einigen. Da hilft auf jeden Fall im ersten Schritt ein klärendes Gespräch.

Da ich keine Rechtsberatung zu diesem Thema geben kann, hilft es sich im Internet bzw. bei dem Rechtsberater seines Vertrauens zu informieren.

Link-/ Softwaretipps die einen Bilderklau erschweren können

Auch wenn ich persönlich die hier genannten Versuche zum Schutz der eigenen Bilder nicht für sonderlich nützlich halte, so gibt es sicherlich ein paar Leser, die trotzdem auf diese Möglichkeiten nicht verzichten wollen.

  • Die Freeware waterMark V2 bindet einen frei bestimmbarem Text als Copyright-Hinweis in Bilder ein.
  • Photoshop-Tutorial zur Erstellung eines eigenen Wasserzeichens.
  • Unter jpegmini.com lässt sich ein Onlinetool zur Verringerung der Speichergröße von jpg-Dateien kostenfrei nutzen.
  • Auf www.thuringix.de wird beschrieben, wie man die Technik mit dem wechselnden Bild beim Überfahren mit der Mouse genutzt werden kann.
  • Eine JavaScript Rechtsklick-Sperre ist mit wenigen Zeilen Code in der eigenen Webseite eingebunden.
  • Im Wiki von jappy.de wird u.a. beschrieben, wie man die Technik mit dem Transparenten gif anwenden kann.

12 Kommentare zu "Bilderklau im Internet"

  1. Hallo Daniel,
    mit Watermarks hab ich eigentlich die besten Erfahrungen gemacht. Klar es sieht nicht so schön aus, aber dafür wird das Bild für jeden Bilderdieb uninteressant. Da muss man wahrscheinlich abwägen, was einem wichtiger ist.

    Gruß,
    Hans-Joachim

  2. Noch so etwas suche ich auch schon länger. Am liebsten wäre mir aber ein WordPress Plugin welches das automatisch für mich macht. Ein richtig tolles habe ich da leider noch nicht gefunden.

    • Du meinst das mit dem Wasserzeichen @Flo? Die NextGen Gallery bietet die Möglichkeit einen beliebigen Schriftzug auf das Bild zu legen. Habe ich bisher nie verwendet, es aber in den Einstellmöglichkeiten drin.

      • Ja genau sowas meine ich aber dafür extra eine dicke Galerie zu nutzen ist mir eigentlich was viel. ich werde mir das Plugin mal näher anschauen. Danke für den Tipp!

  3. Wasserzeichen sind zwar oft hässlich – aber teilweise kann man sie so in’s Bild integrieren, dass sie weder auffallen, noch hässlich wirken, im Gegenteil, das Bild aufwerten, so dumm das klingen mag. Wozu kann man mit Photoshop etc. stilvolle Wasserzeichen erstellen, die man dann zwar über jedes Bild einzeln und manuell drüber legen und postieren muss, aber das sollte es wert sein!

    Solange man das Wasserzeichen, den Text, whatever, an das Bild und seine Farbverteilung anpasst, ist das die beste Lösung, einen Bilderklau zu verhindern – nichtsdestotrotz verwende ich auf meinem Blog trotzdem nur Bilder mit 70 % der Original-Qualität (ich photographiere im RAW-Format) sodass auch das noch einmal ein Kriterium ist, das Bild eher nicht zu klauen.

    Sollte es doch mal passieren, habe ich aber auch auf keinen Fall ein Problem mit einer Abmahnung – das sind MEINE Bilder und da möchte ich gefragt werden! ;)

  4. Einen wirklichen Schutz gegen den Bilderklau kann es nicht geben. Beim privaten Gebrauch hält sich der Schaden für den Urheber aber auch in Grenzen. Wenn natürlich ein gewerblicher Einsatz erfolgt, wird es ärgerlich. In dem Fall sollte man sich nicht scheuen, mit dem Anwalt zu drohen und diesen im Zweifelsfall auch einzuschalten. Schon die Drohung wirkt meistens Wunder.

    • Stimmt, die Androhung rechtlicher Schritte kann oft schon zum Ziel, dem Entfernen der urheberrechtlich geschützten Inhalte, führen. Bei mir ging es vor kurzem nicht um ein Bild, sondern um die 1:1 Kopie eines Artikels. Der Webmaster handelte binnen 1 Stunde, nahm die Inhalte von der Webseite und entschuldigte sich aufrichtig.
      Damit war die Angelegenheit für mich auch erledigt! Auch wenn ich nicht verstehen kann, wieso man Inhalte vollständig per Copy & Paste auf eine andere Seite ungefragt übernimmt …

  5. Hallo,
    hier stelle ich mal drei Seiten vor, die sich als „rein privat“ bezeichnen, aber sehr gut daran verdienen, dass sie nichts weiter tun, als überall aus dem Netz geklaute Bilder raufstellen, oder von anderen Usern, die ebenso geklaut haben, diese dann ebenfalls auf die Seite zum kostenlosen Runterladen frei geben. Tausende von „gefällt mir“ bei facebook, denn die freuen sich, von dort ebenso schnell Fotos klauen zu können… führt dann zu Werbeeinnahmen. Irgendwo findet man dann dort Sätze wie:“ Sollte ich ein Copyright verletzt haben, mailen Sie mich an“ Aha! Oder:“ Für das unerlaubte Raufstellen von geschützten Fotos sind allein die User verantwortlich!“ Abmahngebühren, ohne vorherige Mitteilung, werden wir nicht bezahlen.
    Na, dann sage ich: „Prima!“ Alle machen mit, die Betreiber ziehen sich aus den Verkehr, die anderen „Ahnungslosen“ machen fleißig mit. Wozu haben wir eigentlich einen Urheberschutz? Das ist echt eine Unverschämtheit. Klaro, man kann mit Wasserzeichen seine Fotos schützen. Aber zum Beispiel in der Fotocommunity, die sehr schöne Aufnahmen veröffentlicht, sind diese verpönt. Folglich wird von dort besonders gerne geklaut.
    Hier die Seiten(Betreiber) die ich meine:

    *** DOMAINS WURDEN AN DIESER STELLE ENTFERNT, DA ICH HIER NIEMANDEN ANPRANGERN MÖCHTE, AUCH WENN ANNA SICHERLICH RECHT HAT ***

    , die nichts mit der Tierschutzjugendseite gleichen Namens zu tun hat.
    Sicherlich findet hier so mancher Fotograf, ob Hobby- oder Profifotograf hier seine Fotos wieder!

    Ich besitze selber eine Homepage, soweit ich informiert bin, bin ich als Betreiber derselben für alle Inhalte verantwortlich. Oder stimmt dies nicht?

  6. Es gib auch spezielle Anbieter die das veröffentlichen im Internet ganz ohne Wasserzeichen zulassen und dabei trotzdem sicher sind. Zudem werden die verwendeten Webseiten gleich ermittelt und im Account angezeigt.

    hier zwei anbieter pixray. com und digimarc com.
    Ist zwar recht teuer aber eine lohnenswerte Investition gerade bei sehr aufwendigen composings oder ähnlich aufwendig fotografierten Bildern

  7. Ich verwende auch transparente Copyrightvermerke auf den von mir gemachten und veröffentlichten Fotos und ich habe mir deswegen schon Kritik anhören müssen, weil diese Wasserzeichen zu auffällig sind. Es ist immer eine Gratwanderung: Einerseits will ich, dass potenzielle Bilderdiebe das Wasserzeichen sehen, um den Bilderklau unattraktiv zu machen, andererseits soll das Wasserzeichen aber das (ohnehin ja bezüglich der Auflösung stark verkleinerte) Foto nicht unnötig beeinträchtigen.

  8. Also ich habe an wirklich sehr vielen Foren, die sich damit spezialisieren gründlich nachgelesen, und bin zum Endergebnis gekommen, dass man nie eine Originale Aufnahme Veröffentlichen soll!!!!!
    Eine im eigene leicht veränderte Version sollte Veröffentlich werden und für kauf Originalaufnahme ausgetauscht wird. Ich glaube das ist die einzige momentane Lösung. Die Grafiksoftwareproduzenten
    Kümmeln sich lieber umsteigende Umsatz als um Qualität und Sicherheit Ihre Produkte. Da stehen Sie völlig alleine da!!!

    • Wenn ich JPG-Dateien im WWW veröffentliche, dann haben diese nur selten eine Auflösung von Größer als 1.200 Pixel. Dazu wird die Qualität auf eine fürs Web optimierte Qualität herab gesenkt (~75%), was die Ladezeiten deutlich beschleunigt. Wenn dieses Bild sich nun wirklich jemand auf ein Poster drucken möchte … dann bitte!

      Ansonsten finde ich die Lösungen bei den Bilddatenbanken nicht so schlecht. Nur auf einer normalen Seite, einem Portfolio o.ä. fände ich solche Wasserzeichen als störend.

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