Die meisten Zeichentabellen im Netz sind nach dem Unicode-Standard sortiert. Da heißt das Häkchen dann „CHECK MARK“ und das Ungefähr-Zeichen „ALMOST EQUAL TO“. Praktisch ist das nur, wenn du diese Namen kennst. Deshalb sucht das Werkzeug oben über deutsche Begriffe: „erledigt“ findet den Haken, „circa“ das Ungefähr-Zeichen, „klammeraffe“ das At-Zeichen.
Die drei Wege zu einem Sonderzeichen
Kopieren ist der schnellste Weg und funktioniert überall gleich. Er hat allerdings einen Haken: Aus dem Browser wandert manchmal die Formatierung mit ins Zieldokument, das Zeichen erscheint dann in fremder Schrift oder Farbe. In Word hilft „Einfügen als unformatierten Text“ über Strg+Umschalt+V.
Der zweite Weg sind die Alt-Codes. Du hältst die Alt-Taste gedrückt, tippst eine Ziffernfolge auf dem Nummernblock und lässt Alt wieder los. Alt+0128 ergibt das Euro-Zeichen, Alt+0169 das Copyright. Wichtig sind zwei Bedingungen: Es muss der Ziffernblock sein, die Zahlenreihe über den Buchstaben funktioniert nicht. Und die führende Null gehört dazu. Auf Notebooks ohne Nummernblock fällt dieser Weg damit praktisch aus, was viele Anleitungen im Netz gern verschweigen.
Der dritte Weg ist der über den Unicode-Codepoint, und er ist der zuverlässigste für Zeichen, die es im Alt-Code-Vorrat gar nicht gibt. In Word und Outlook tippst du den Code, etwa 2260 für das Ungleich-Zeichen, und drückst direkt danach Alt+C. Aus 2260 wird ≠. Auf dem Mac gibt es für viele Zeichen eigene Kombinationen mit der Wahltaste, und mit Strg+Cmd+Leertaste öffnet sich die vollständige Zeichenübersicht.
Warum das eingefügte Zeichen manchmal falsch aussieht
Du kopierst ein Symbol, fügst es ein, und es erscheint ein leeres Rechteck oder ein Fragezeichen. Das liegt fast nie am Kopieren. Das Zeichen ist korrekt angekommen, aber die verwendete Schriftart enthält keine Zeichnung dafür. Der Rechner zeigt dann einen Platzhalter, im Fachjargon Tofu genannt. Abhilfe schafft ein Wechsel der Schriftart, etwa auf Arial, Segoe UI Symbol oder DejaVu Sans, oder ein anderes Zeichen mit gleicher Bedeutung.
Der zweite häufige Fall betrifft Emoji. Dieselbe Codenummer wird auf Windows, Android, iPhone und Mac von unterschiedlichen Herstellern gezeichnet. Was bei dir freundlich lächelt, kann beim Empfänger deutlich schräger wirken. Wer Emoji in Seitentiteln oder Betreffzeilen einsetzt, sollte das Ergebnis deshalb auf einem zweiten Gerät prüfen.
Drittens gibt es Zeichen, die einander zum Verwechseln ähnlich sehen und trotzdem verschieden sind. Der Bindestrich, der Gedankenstrich und das Minuszeichen sind drei eigenständige Zeichen, ebenso der gerade Apostroph und das typografische Hochkomma. In der Textverarbeitung ist das eine Stilfrage, in einer Tabellenkalkulation oder im Programmcode wird daraus schnell ein Fehler.
Sonderzeichen in Dateinamen, URLs und Passwörtern
In Dateinamen verbietet Windows die Zeichen \ / : * ? " < > |. Wer sie über Umwege hineinschmuggelt, bekommt spätestens beim Kopieren auf einen anderen Rechner Ärger. In Web-Adressen gilt Ähnliches: Erlaubt ist dort nur ein enger Zeichensatz, alles andere wird in Prozentschreibweise umgewandelt. Aus einem Leerzeichen wird %20, aus dem Paragrafzeichen %C2%A7. Funktionieren tut das, schön aussehen tut es nicht, und beim Kopieren solcher Links bricht gern etwas ab.
Bei Passwörtern sind Sonderzeichen beliebt, bringen aber weniger als ihr Ruf verspricht. Länge wirkt stärker als Exotik, und ein Zeichen, das auf einer fremden Tastatur nicht zu finden ist, wird beim Anmelden am Urlaubsrechner zum Problem. Das BSI empfiehlt inzwischen lange Passphrasen statt kurzer Zeichenakrobatik.
Für Webseiten gibt es zusätzlich die HTML-Entities, also Schreibweisen wie € oder ©. Zwingend nötig sind sie heute nur noch für die vier Zeichen, die HTML selbst benutzt: kleiner als, größer als, kaufmännisches Und und das Anführungszeichen. Alles andere darfst du in einer UTF-8-Seite direkt schreiben. Das Werkzeug oben zeigt dir die Entity trotzdem an, weil sie in Vorlagen und Content-Management-Systemen immer wieder gebraucht wird.
Häufige Fragen
Wie füge ich ein Sonderzeichen ohne Nummernblock ein?
Am einfachsten per Kopieren aus der Liste oben. In Word geht außerdem der Weg über den Unicode-Code plus Alt+C, dafür brauchst du keinen Ziffernblock. Windows hat zusätzlich die Zeichentabelle, die du über die Suche mit „charmap“ öffnest, und die Emoji-Tastatur über Windows-Taste plus Punkt, in der auch Symbole stecken.
Warum erscheint statt des Zeichens ein Kästchen?
Die Schriftart kennt das Zeichen nicht und zeigt einen Platzhalter. Das Zeichen selbst ist korrekt eingefügt, es fehlt nur die Zeichnung. Wechsle die Schriftart oder wähle ein verbreiteteres Symbol.
Funktionieren Alt-Codes auf dem Mac?
Nein, die Alt+0xxx-Codes sind eine Windows-Eigenheit. Auf dem Mac gibt es stattdessen feste Kombinationen mit der Wahltaste, etwa Wahl+E für das Euro-Zeichen. Die Liste oben nennt sie, wo es eine gängige gibt.
Wie schreibe ich ein Sonderzeichen auf dem Smartphone?
Halte die passende Taste auf der Bildschirmtastatur gedrückt, dann klappen verwandte Zeichen auf. Hinter dem s versteckt sich das ß, hinter dem Bindestrich der Gedankenstrich, hinter den Anführungszeichen die typografischen Varianten. Alles Weitere geht auch am Handy über Kopieren und Einfügen.
Zählen Sonderzeichen als ein Zeichen?
Meistens ja, aber nicht immer. Viele Emoji bestehen technisch aus mehreren aneinandergehängten Codepunkten, etwa wenn eine Hautfarbe oder eine Familienkonstellation dazukommt. In Zeichenzählern von Meta-Beschreibungen oder SMS können sie deshalb mehrfach zählen. Bei den klassischen Sonderzeichen aus der Liste oben tritt das nicht auf.