Virtualbox läuft auf meinem Windows 7 Rechner in der aktuellen Version. Ein weiteres Windows 7, ein Windows XP und ein Debian 7 laufen problemlos als virtuelle Maschinen. Ubuntu 13.10 ist frisch installiert, allerdings läuft es extrem langsam und ein Testen oder gar Arbeiten mit dieser VM ist nicht wirklich möglich.

Das Problem: Seit Ubuntu 12.10 wird Unity 2D nicht mehr unterstützt, was bis dahin für alle Rechner ohne 3D-Hardwarebeschleunigung eine Option darstellte. Da das Rendern der Grafiken beim Einsatz von Ubuntu unter Virtualbox nicht von der Grafikkarte sondern von der der CPU (Low Level Virtual Machine, LLVM-Pipe) übernommen wird, macht dies das schicke neue Ubuntu unerträglich langsam.

Eine Lösung für das Problem fand ich im englischsprachigen Technikportal www.typicaltips.com und möchte dies hier Blog zusammen mit meinen eigenen Erfahrungen noch einmal wiedergeben.

Die Konfiguration meiner Virtualbox

  • 1024 Megabte RAM-Speicher,
  • 2 Prozessorenkerne,
  • 64 Megabyte Grafikspeicher
  • und eine aktivierte 3D-Beschleunigung.

Das sollte für die 32-Bit Version von Ubuntu 13.10 eigentlich vollkommen ausreichen. Aber es ruckelt, es kommt zu starken Verzögerungen (es laggt) und jede Mausbewegung wird zu einer quälenden Rechenoperation.

So bekommt ihr das Ubuntu-Virtualbox-Problem in den Griff

Mit einem einfachen Test lässt sich unter Ubuntu testen, ob eine Unterstützung für die Unity 3D-Beschleunigung bereits gegeben ist.

Das Ubuntu Terminal öffnen

Mit Hilfe der Tastenkombination [Strg] + [Alt] + [T] das Terminal öffnen oder über das Dash gehen und dort nach „Terminal“ bei Anwendungen suchen und selbiges starten. Auf der Linux-Konsole angekommen, den folgenden Befehl für einen Unit Support Test absenden:

/usr/lib/nux/unity_support_test -p

eingeben und die Ausgabe beobachten.

Not software rendered:    no
Not blacklisted:          yes
GLX fbconfig:             yes
GLX texture from pixmap:  yes
GL npot or rect textures: yes
GL vertex program:        yes
GL fragment program:      yes
GL vertex buffer object:  yes
GL framebuffer object:    yes
GL version is 1.4+:       yes

Unity 3D supported:       no
Unity Support Test ist fehlgeschlagen

Unity Support Test ist fehlgeschlagen

Der fehlende Unity 3D-Support und das fehlende Software-Rendering sind für die Performance-Probleme an dieser Stelle verantwortlich, was sich aber schnell korrigieren lässt.

Update des Linux-Kernels

Ebenfalls im Terminal die folgenden 3 Kommandozeilen-Befehle nacheinander absetzen:

sudo apt-get install linux-headers-$(uname -r)
sudo apt-get autoremove
sudo apt-get install build-essential

Dieser Vorgang dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen, da es sich hierbei um ein umfangreicheres Update des Betriebssystems handelt.

Konsolenausschriften während des Ubuntu Kernel Updates

Konsolenausschriften während des Ubuntu Kernel Updates

Gasterweiterung installieren

Hierfür wieder das Terminal öffnen. Den folgenden Befehl ausführen und nach Abschluss der Paket-Einrichtungen die VM herunterfahren:

sudo apt-get install virtualbox-guest-additions-iso
Install Virtualbox Guest Additions

Install Virtualbox Guest Additions

Weitere Informationen zur Installation der Gasterweiterung unter www.installion.co.uk.

Anpassungen an der Virtualbox-Konfiguration vornehmen

Im letzten Schritt die 3D-Beschleunigung aktivieren und die Ubuntu-VM starten.

Virtualbox 3D-Beschleunigung aktivieren

Virtualbox 3D-Beschleunigung aktivieren

Problem behoben, oder!?

Jetzt sollte Ubuntu 13.10 flüssig laufen. Ein erneuter Unity Support Test zeigt nun alle Parameter grün (yes) an. Das Ruckeln, die Verzögerungen sowie das extrem langsame Ubuntu dürfte Geschichte sein.