Der angemeldete Nutzer hat unter Ubuntu 14.04 LTS sowie anderen Versionen und Ablegern wie Kubuntu, Xubuntu usw. plötzlich keine Berechtigungen mehr, per sudo administrative Befehle auszuführen. Natürlich kann man auf einem Linux-System nicht einfach zum root werden und dem Nutzer wieder die entsprechenden Rechte vergeben. Hierfür müsste man das root-Passwort kennen, was bei einer Ubuntu-Installation vielfach aber nicht der Fall sein dürfte.

Was nun? Neuinstallation?
Natürlich nicht!

Diese Anleitung beschreibt, wie ihr verloren gegangene sudo-Berechtigungen zurück erlangen könnt. Funktionieren sollte diese Vorgehensweise auch ohne weiteres unter Ubuntu, Debian, Kubuntu, Xubuntu, Edubuntu usw.

Den Grund, warum mein User nicht mehr Mitglied der Gruppe sudo war, konnte ich nicht mehr heraus finden. Entweder war es ein vergessener Parameter -a (append) beim Durchführen eines usermod oder aber es gibt irgendeinen Bug beim Installieren der Gasterweiterungen unter Virtualbox.

Hinterlasst am Ende bitte einen Kommentar, wenn ihr dazu noch eine Aussage treffen könnt!

Ubuntu - /etc/sudoers

Ubuntu – /etc/sudoers

Anleitung: sudo-Rechte vergeben, auch ohne root-Rechte

Ubuntu besitzt einen Wiederherstellungs-Modus in den wir als erstes wechseln. Dazu Ubuntu neu starten und beim Booten die Shift-Taste (Umschalt-/ Großschreibtaste) gedrückt halten. Im Boot-Menü nun Erweiterte Optionen für Ubuntu und anschließend den Recovery Mode mit den Pfeiltasten anwählen und mit Enter auswählen. Im darauf folgenden Wiederherstellungs-Menü Zur root-Befehlszeile (shell) wechseln ansteuern.
Umgehend ist man am System als root angemeldet und hat somit Zugriff auf alle System-Dateien.

Ubuntu: Recovery Mode und root-Konsole

Ubuntu: Recovery Mode und root-Konsole

Das Filesystem steht nur lesend zur Verfügung

Der Versuch meinen User daniel in die Gruppe sudo hinzuzufügen scheiterte allerdings. Ebenso weitere Versuche z.B. per vi den Nutzer in /etc/sudoers manuell hinzuzufügen.

Etwas unscheinbar, aber im Screenshot ist es bereits zu sehen, das Dateisystem ist nur lesend (read only, ro) gemoutet und somit selbst von root nicht beschreibbar. Die Lösung hierfür ist das Dateisystem in einen beschreibbaren Modus einzubinden:

mount -o remount,rw /
Ubuntu: /etc/group konnte nicht gesperrt werden

Ubuntu: /etc/group konnte nicht gesperrt werden

Nutzer der Gruppe sudo hinzufügen

Seit Ubuntu 12.04 gibt es die Gruppe admin nicht mehr. Nutzer, die mit sudo-Rechten ausgestattet sind, werden seit dem der Gruppe sudo zugeordnet. Wir nehmen uns also den Nutzer, in meinem Fall daniel (hier euren Benutzernamen einsetzen) und fügen ihn der Gruppe sudo hinzu.

usermod -aG sudo daniel

Zum Abschluss mit

shutdown -r now

das System neu starten, wie gewohnt einloggen und einfach im Terminal einen typischen root-Befehl eingeben. Zum Beispiel:

sudo apt-get update

Jetzt sollte wieder die Frage nach dem Passwort in der Konsole erscheinen und wenn es korrekt eingegeben wurde, sollte Ubuntu damit beginnen, die Paketlisten neu einzulesen. Das Problem ist damit behoben und ihr könnt wieder wie gewohnt mit eurem Linux-System arbeiten.



Wenn euch die Anleitung beim Problem mit den nicht mehr vorhandenen sudo-Berechtigungen geholfen hat, dann hinterlasst bitte einen kurzen Kommentar. Natürlich könnt ihr den Kommentarbereich für eure Fragen und Hinweise zu diesem Thema nutzen.