Die ersten 7 Tage Nischenseiten-Challenge 2014 sind Geschichte und ich habe fleißig meine Aufgabenliste abgearbeitet. Bereits am 2. Tag hatte ich meine erste Idee für ein spannendes Webprojekt auf Eis gelegt und ein Update-Artikel mit meinem neuen Vorhaben gepostet. Das Thema meiner Nischenseite ist die Adware / der Browser-Hijacker Iminent und wie Betroffene diesen einfach und vollständig entfernen können.

Auch wenn ich noch ein paar mal zwischen meinen beiden NSC-Ideen hin und her geschwankt habe, bleibe ich nun bei dieser kleinen Nische und veröffentliche an dieser Stelle meine bisherige Vorgehensweise.

Iminent? Noch nie gehört! Sucht danach überhaupt jemand?

Unabhängig davon, dass ich mit einem vor etwa einem halben Jahr veröffentlichten Artikel bereits einen umfassenden Überblick über die Iminent Adware sammeln konnte, möchte ich an dieser Stelle ein paar Zahlen veröffentlichen, die jedem mit Hilfe frei zugänglicher Tools zur Verfügung stehen. Somit können auch Leser, die ihre eigenen Projekte umsetzen, diese Vorgehensweise auf ihre eigenen Keywords / ihr eigenes Thema adaptieren.

Im Google Keyword Planner habe ich meine 3 wichtigsten Keywords (wie ich dazu komme später mehr) eingetragen und mir für den deutschsprachigen Raum die monatliche Anzahl der Suchanfragen sowie das vorgeschlagene Gebot bei Adwords-Anzeigen zu diesen Suchbegriffen und den Wettbewerb anzeigen lassen. Gut 17.000 Suchvorgänge, etwa 36 Cent (70% von 0,52 €) für mich bei einem Klick auf eine Adsense-Anzeige und kaum Wettbewerb. So das Ergebnis einer aktuellen Analyse.

Wobei: Hier ist der Wettbewerb unter den Werbetreibenden gemeint und nicht die Konkurrenz auf der Google Suchergebnisseite. Das ist aber auch nicht schlecht, da man somit weniger bis gar keine Anzeigen in den SERPs zu „befürchten“ hat. Das heißt, dass ich mit meiner eigenen Seite nicht gegen Ads innerhalb der Google-Suche konkurrieren muss und mit einem Platz 1 auch ~50% des Suchtraffics auf der vorn platzierten Webseite (möglichst meiner) landet.

Iminent-Suchanfragen im Google-Planner

Iminent-Suchanfragen im Google-Planner

Damit ist die Frage „Sucht jemand nach meinem Keyword / meinen Keywords“ erst einmal beantwortet. In meinem Fall stellen mich 17.700 Suchanfragen im deutschsprachigen Raum durchaus zufrieden. Wie das in eurem Themenumfeld aussieht und ob sich das Ganze lohnt, müsst ihr euch aber selbst beantworten.

Wie bin ich zu den Keywords, den möglichen Suchbegriffen, gekommen?

Im ersten Schritt überlege ich:

Was wollen Besucher auf meiner Webseite und hoffen sie dort zu finden?

und

Was kann oder will ich ihnen bieten?

Wollen Sie Iminent, also die Adware, downloaden oder vielleicht sich vor Iminent schützen. Beides eher nicht! Niemand, der sich nicht diesen Browser-Hijacker akut eingefangen hat, kümmert sich um dieses Thema. Die Betroffenen wollen das Ding (den Virus, den Trojaner, dieses Iminent) loswerden.

Alles was mir dazu einfällt schreibe ich auf mein Whiteboard. Ein Blatt Papier oder mehrere Zettel funktionieren natürlich genauso. Macht dieses Brainstorming möglichst mit mehreren Leuten zusammen, da hierbei mehr Ideen für die Tafel zusammen kommen.

Wie könnte jemand, der sich von Iminent im Browser genervt fühlt, sein Problem bei Google formulieren?

Egal was für eine Thematik euer Webprojekt hat. Der Suchende formuliert eine für ihn passende Problemstellung im Suchschlitz, die ihm eine schnelle und passende Antwort verspricht.
Viele tippen mit sturem Blick auf die Tastatur drauf los und führen in meinem Fall vielleicht zu „I. loswerden kostenlos“ oder „I. lässt sich nicht löschen“. Andere tippen einen Buchstaben und schauen auf die Vorschläge. Sie tippen einen weiteren Buchstaben, schauen wieder auf die Vorschläge und so weiter. Irgendwann ist das passende dabei und danach wird schließlich gesucht. Das könnte „I. Trojaner“ oder „I. Virus“ sein.

Google Suggest - Suchvorschläge zum Begriff Iminent

Google Suggest – Suchvorschläge zum Begriff Iminent

Meine Zielgruppe hat einen bestimmten Bedarf!

Sie haben möglicherweise nur wenig Erfahrungen im Umgang mit Computern, sind oftmals unzureichend geschützt, nutzen ein Windows-Betriebssystem und sind sich überhaupt nicht bewusst, irgendetwas falsch gemacht zu haben.
Warum? Mac- und Linux-Nutzer sind nicht betroffen und gute Security-Tools verhindern Installationen dieser Art. Ebenso ein umsichtiges Installieren neuer Software aus dem Freeware-Bereich. Ein Free Avira oder das Norton, was seit dem Kauf des PCs vor ein paar Jahren nach Updates und einer Registrierung schreit, schützen vor solchen Bedrohungen nicht. Wer sich also etwas mehr mit dem Thema Computer-Sicherheit befasst hat, dürfte sich I. nur sehr selten einfangen.

Die Hacker-Opfer sind erschrocken und frustriert und sie wollen I. loswerden. Jetzt sofort und ohne Umwege! Iminent ist der einzige Begriff, den sie mit dem vorhanden Browser-Problem in Verbindung bringen können. Denn die neue Startseite und auch die neue Suchmaschine hat diesen Namen. Die Webadresse search.iminent.com fällt vermutlich vielen schon gar nicht mehr auf.

Sie sind vielleicht auch schon auf den zahlreichen automatisch generierten Webseiten gelandet, die letztendlich nur ein Tool namens Spyhunter bewerben. Dieses findet zwar die Probleme, löscht sie aber nur beim Kauf der Vollversion der Software. Zudem hat Spyhunter nicht unbedingt einen guten Ruf, was ein kurzer Überblick auf die Google-Suche verrät.

Suche nach Spyhunter

Suche nach Spyhunter

Sie wollen also I. entfernen, löschen oder deinstallieren. Openthesaurus kann übrigens beim Finden solcher Synonyme recht hilfreich sein. Andere halten I. für einen Virus oder einen Trojaner. All diese Begriffe lassen sich noch gut mit den verbreiten Webbrowsen Firefox, Internet Explorer und Chrome kombinieren. Die Betriebssysteme Windows XP, Vista, 7 und 8 werden sicherlich auch als Longtail mit in die Suchanfrage eingebunden, also gehören sie auf meine Liste.

Manuelle Keyword-Recherche

Eine ganz einfach Möglichkeit der Keyword-Recherche ist, das vermeintliche Haupt-Keyword oder eine Keyword-Kombination einfach mal bei Google, Bing und Yahoo einzutippen. Irgendwo auf der Suchergebnisseite werdet ihr verwandte bzw. ähnliche Suchanfragen finden. Voilá – schon sind ein paar weitere Suchanfragen, die von anderen Nutzern so an die Suchmaschine gestellt wurden, in die Recherche eingeflossen. Macht euch eine Excel-Tabelle und notiert dort die Keyword(-Kombinationen) untereinander.

Und auch meine potentiellen SERP-Konkurrenten – ich habe an dieser Stelle einfach mal nach I. gesucht – nutzen Tätigkeiten wie „entfernen“, „löschen“ und „deinstallieren“ im Kombination zum Suchbegriff im Title-Tag. Und das kommt natürlich mit auf meine Keyword-Liste, denn hier hat sich schon jemand anderes Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Gibt’s denn da kein automatischen Tool?

Ohne irgendeinem Tool, sondern nur mit einem Kaffee und Excel bin ich so bei bei meiner Keyword-Recherche zu einer ganzen Reihe potentieller Suchbegriffe gekommen, die Nutzer bei Google & Co. eingeben könnten. Auch diese bringen wieder neue Keword-Kombinationen hervor, wenn ich mir bei Google die verwandten Suchbegriffe dazu erneut ansehe.

Wer sich die Arbeit bei Google nicht machen möchte, dem empfehle ich das kostenfreie Longtail Keyword Tool von Kai Spriestersbach oder Übersuggest, das ebenso hervorragende Ergebnisse auf diesem Gebiet liefert. Ist die Anzahl der Keywords wie in meinem Fall eher überschaubar, dann tendiere ich allerdings direkt zu Google, da ich auf diesem Weg auch gleich einige meiner künftigen Konkurrenten „näher kennen lerne“.

Long Tail Keyword Tool

Long Tail Keyword Tool

Gut, wer sich in einem Bereich mit Zehn- oder Hunderttausenden Keywords bewegt oder nur noch in Keyword-Clustern denkt, den brauche ich das hier nicht zu erzählen. Hier kommen kommerzielle oder selbstentwickelte Tools zum Einsatz. Auch ich habe einen Blick in die Keyword Recherche von Seolytics geworfen und – da ich bereits einen Top 10 Artikel zu diesem Thema veröffentlicht hatte – in den Google Webmastertools sehr genaue Hinweise auf Suchbegriffe und Häufigkeiten erhalten.


Wer ist meine Konkurrenz?

Ein paar Suchen mit einer Handvoll der ermittelten Keywords bei Google und Bing liefert eine Liste bekannter Webadressen. Darunter praxistipps.chip.de, trojaner-board.de, techfrage.de und gutefrage.net sowie einige per Textspinner generierte und automatisch übersetzte (Spam) Seiten.

Textspinner-Fehler

Textspinner-Fehler bei den Marktbegleitern

Ausblick für die kommende Woche

Die Suche nach einem passenden Design und dessen Anpssung sowie erste Inhalte verfassen. Kommenden Montag wird es sicher schon einen Screenshot vom Layout geben. Eine Übersicht meiner bisher veröffentlichten Nischenseiten-Challenge Reports findet ihr hier. Über Kommentare, Hinweise und Verweise auf eure eigenen NSC-Reports freue ich mich.

Statistisches

Zeitaufwände laufende Woche 4 Stunden
Zeitaufwände gesamt 8 Stunden
Kosten in laufender Woche 0 €
Kosten gesamt 19 €

Bildnachweise/ Screenshots: Duden.de, Google.de, Search-One.de