Niedrige Besucherzahlen und die oft damit verbundenen unerfüllten Erwartungen an den Erfolg des Internetauftritts haben häufig ihre Ursache in einer schlechten Content- und SEO-Strategie. Ich möchte in diesem Artikel Tipps geben, wie ein bessere Auffindbarkeit bei Google, Bing & Co. einfach umzusetzen ist. Hierbei handelt es sich um absolut grundlegende Dinge, die aber viele Webseiten-Betreiber schon ein ganzes Stück weiter helfen kann.

Ich selbst biete professionelle Beratung rund um das Thema Suchmaschinenoptimierung an. Wer daran Interesse hat, kann sich gern unter www.weihmann.de informieren und mit mir Kontakt aufnehmen.

1. Ist die Seite bei Google schon drin?

Um überhaupt auf den Suchergebnisseiten in den Suchmaschinen aufzutauchen, müssen die Webinhalte für den Crawler – einem Computerprogramm zum automatischen Durchsuchen des World Wide Web – erreichbar und lesbar sein. Der Google Bot (oder auch Google Crawler) darf nicht ausgesperrt sein. Durch einen entsprechenden Eintrag in der robots.txt kann dies auch erfahrenen Webentwicklern schnell mal passieren. Die jeweilige (Unter-)Seite darf nicht die Meta-Angabe noindex besitzen, da diese Anweisung das Indexieren – das Aufnehmen der Inhalte in die Google-Datenbank – verbietet.

<meta name="robots" content="noindex, follow" />

So lässt sich feststellen, ob eine Seite bereits bei der Suchmaschine bekannt ist

Bei Google bzw. Bing eine site-Abfrage durchführen site:redirect301.de (redirect301.de durch die eigene Domain ersetzen) eingeben. Werden an dieser Stelle keine Treffer angezeigt, dann kennt die Suchmaschine die abgefragte Seite (noch) nicht.

Google site-Abfrage

Google site-Abfrage

Ich melde jede meiner Webseiten im ersten Schritt grundsätzlich bei den Google Webmastertools an. Dort nehme ich einen Abruf wie durch Google vor und sende die URL an den Index.

Auf diesem Weg erfährt man sofort, ob die Inhalte für den Google-Bot überhaupt erreichbar sind oder ob es irgendwelche Probleme gibt. Schöner Nebeneffekt bei dieser Vorgehensweise ist, dass die Suchmaschine so von der Existenz der Adresse erfährt und diese oftmals schon kurze Zeit später auch im Index einsortiert.

2. Meine Webseite wird bei Google nicht gefunden

Gründe warum eine Homepage nicht gefunden wird, gibt es viele. Als erstes sollte man für sich selbst klären, mit welchen Suchbegriffen (Keywords) man gefunden werden möchte und warum und ob diese realistisch sind. Eine Firmen-Homepage wird bei einer Suche nach dem Firmennamen eigentlich immer vorn ranken – das kann man eigentlich nur schwer nicht schaffen. Aber um zu Produkten, Dienstleistungen oder Angeboten bei Google angezeigt zu werden, bedarf es dem Wissen darüber, womit man gefunden werden möchte.

Die erste Überlegung sollte sein:

Was geben potentielle Besucher in den Suchschlitz ein, worauf meine Webseiten-Inhalte eine passende Antwort liefern?

Diese möglichen Suchbegriffe aufschreiben, sodass eine Liste entsteht, die immer weiter wachsen kann. Oftmals ist die jeweilige Branche + Ort eine gute Keyword-Kombination (z.B. Physiotherapie Köthen). Außerdem eine Tätigkeit + Ort (z.B. massage Köthen). Das Befragen von Außenstehenden hilft hierbei ungemein. Fragt im Freundeskeis einfach:

Was würdest du bei Google eintippen, um auf mein Internetangebot zu gelangen? Wonach würdest du googeln, um auf mein Angebot zu gelangen?

Googles lokale Suche

Googles lokale Suche

Hat man auf diesem Weg seine Keyword-Kombination gefunden, ist der nächste Schritt zu schauen, ob die (Unter-)Seite zu dieser Suchanfrage auch wirklich gut ist. Ist der Inhalt das, was man selbst erwarte würde, wenn man danach sucht. Ist das die beste Information zu dieser Suchanfrage im Netz?

Falls nicht, dann gibt es auch keinen Grund, warum Google diese besonders weit vorn listen sollte. Dann heißt es nacharbeiten und den Content auf Vordermann bringen. Schafft einfach den besten Inhalt zum Suchbegriff, dann klappt’s auch oftmals mit der Platzierung.

3. Die Inhalte sind gut, aber die Platzierung ist immer noch mies

Technisches SEO sollte die Grundlage für eine gute Platzierung in Google sein. Der Seitentitel ist manchmal bei weniger umkämpften Suchbegriffen oft schon entscheidend. Das Keyword / die Keyword-Kombination gehört fast immer in das Title-Metatag. Redaktionssysteme (CMS) wie Typo3, WordPress, Joomla usw. bieten Möglichkeiten diesen Seitentitel redaktionell anzupassen. Bei statischen Webseiten lässt sich dieser im Quellcode der Internetseite einfügen.

<title>Lösung: Warum findet Google meine Homepage nicht?</title>
...
</head>

Auch wenn vielleicht nicht fürs Ranking entscheidend, aber ein weiterer Meta-Tag sollte an dieser Stelle ebenfalls angepasst werden. Die Meta-Description (Beschreibung) bietet die Möglichkeit in 140 bis 160 Zeichen den Seiteninhalt kurz und pregnant zu beschreiben.
Beides, Seitentitel und Description, werden in den meisten Suchmaschinen auf der Suchergebnisseite angezeigt und entscheiden zwischen den Klick auf das oder das nächste Ergebnis.

Da noch immer die Meta-Keywords bei vielen ein Thema sind, möchte ich diese ebenfalls kurz erwähnen. Die großen Suchmaschinen werten diese Eintragungen schon lange nicht mehr aus und können somit weggelassen werden.

4. Content is King

Das wichtigste auf einer Internetseite ist der Inhalt! Auf diesem sollte der Fokus beim Erstellen eines Webauftritts liegen. Texte sollten stets gut strukturiert werden. Ziwschenüberschriften, Hervorhebungen, Aufzählungen, Bilder, Videos und vieles mehr kann dazu gehören. Menschliche Besucher müssen sich angesprochen fühlen. Sie müssen zu ihrer Suchanfrage (ihrem Problem, ihrer Frage) hier die passende Antwort erhalten.

Content is King

Content is King – Auf den Inhalt kommt es an

Achtet darauf, dass (Zwischen-)überschriften auch als solche ausgezeichnet sind (<H1> – <H6>). Hervorgehobene Wörter oder Sätze sind zwischen <strong> </strong> bzw. <em> </em> zu setzen. Für Aufzählungen gibt es <ol> und </ul>. Formatiert wird das ganze über CSS. Bilder können von Crawlern nur über den umgebenden Text und dem Alt-Attribut eingeordnet werden.

Das weiter oben ermittelte Haupt-Keyword und ggf. entsprechende Synonyme und Neben-Keywords sollten natürlich auch im Text wiederzufinden sein. Der Suchbegriff darf dabei auch gern mal in einer Überschrift und einer Hervorhebung auftauchen. Schreibt aber bitte nicht für den Bot, sondern für eure Leser.

5. Links, Links, Links

Verlinkungen sind das A und O im Internet. Und Links befinden sich auf quasi jeder Seite im Netz: Im Menü einer Webseite, Verlinkungen aus dem Text heraus, in einer Sitemap, Tag-Cloud, Verweise bei Facebook, in einem Forum oder auf einer anderen Homepage. Ohne Links gäbe es kein World Wide Web. Selbst Google macht eigentlich nichts weiter, als Links anzuzeigen.

Achtet vor allem bei der internen Verlinkungen, also bei Links die von einer Seite zur nächsten auf eurer Website oder eures Blogs verweisen, auf eine vernünftige Struktur. Aufgrund des Telemediengesetz in Deutschland lässt sich kaum verhindern, dass eigentlich unwichtige Seiten wie das Impressum oder die Datenschutzhinweise sehr starke Einzelseiten sind. Warum? Weil sie auf jeder einzelnen Seite verlinkt sind und somit eine gewisse Wichtigkeit in den Augen der Suchmaschinen bekommen.

Nutzt passende Ankertexte und vermeidet die oft anzutreffenden Links mit den Texten „weiter lesen“, „hier“ oder „mehr“. Diese sagen dem Crawler nicht viel über die Zielseite. Versucht an dieser Stelle besser das Keyword als Linktext einzusetzen oder verlinkt die Überschrift des Teasers auf die Detailseite.

Beachtet die Google Richtlinien vor allem bei Links auf externen Webseiten. Social Bookmarks und soziale Netzwerke sind sicherlich erste Verlinkung auf das eigene Internetangebot. Mit der Zeit kommen sicherlich Verweise aus Foren oder Frage-Antwort-Portalen hinzu, wenn die eigenen Inhalte relevant genug hierfür sind. Geschäftspartner, Branchenbücher und die Lokalpresse werden sicher auch aufmerksam. So kann sich Stück für Stück ein kleines oder auch größeres Netzwerk an Verweisen aufbauen und neue Besucher auf die eigene Seite bringen.

Finger weg von gekauften Links bei Ebay, Fiverr & Co. Hier gibt es oftmals hunderte Links für ein paar Euro, was natürlich auch Google sofort merkt und entsprechend abstraft.

Weitere Hilfen zur Suchmaschinenoptimierung

Weitere Hilfen zu den technischen Umsetzungen findet ihr in den Basis-Tipps zur Suchmaschinen­optimierung von Sonja Radke, im Artikel Onpage-Analyse in 30 Minuten hier auf Redirect301 sowie in zahlreichen SEO-Blogs und SEO-Foren. Interessant ist auch die SEO-Checkliste von K12, die hier als PDF herunter geladen werden kann. Im Kommentarbereich können Fragen gestellt werden, die, wenn ich kann, ich auch sehr gern beantworte.

Wer sich tiefer mit der Materie SEO befassen möchte, kann zwischen zahlreichen (dicken) SEO Büchern wählen. Für den Einstieg empfehle ich Top-Rankings bei Google und Co. von Kim Weinand. Das ist mit rund 400 Seiten überschaubar und führt Schritt für Schritt durch die Themenwelt der Suchmaschinenoptimierung.

SEO-Tools für den Homepage Schnelltest

Vor einiger Zeit habe ich auf Redirect301 das kostenfreie SEO-Tool Seitenreport vorgestellt. Hiermit lassen sich technische Analysen unproblematisch durchführen und mögliche Fehler schnell finden.


Beim Sistrix Smart Website-Check kann man schon von einem richtigen SEO-Tool reden. Sistrix crawlt selbst die hinterlegte Webseite und weist auf Fehler hin.

Sisitrix Smart Website-Check

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